Ende Oktober steht der Mähroboter oft tagelang in der Ladestation, das Gras wächst kaum noch, und morgens liegt Reif auf dem Rasen. Spätestens jetzt gehört das Gerät ins Winterquartier. Wer es einfach in die Garage stellt, ärgert sich im April häufig über einen müden Akku, verkrustete Grasreste oder korrodierte Kontakte. Dieser Beitrag hilft Besitzerinnen und Besitzern von Mährobotern, die Saison sauber abzuschließen: vom letzten Schnitt über Reinigung und Akku bis zum Neustart im Frühjahr.

Person reinigt in der Garage die Unterseite eines Mähroboters mit einer Bürste

Der richtige Zeitpunkt für den letzten Schnitt

Einen festen Kalendertag gibt es nicht. Maßgeblich ist der Rasen selbst: Wenn er über ein bis zwei Wochen sichtbar nicht mehr nachwächst und die ersten Nachtfröste angekündigt sind, hat der Roboter seine Arbeit getan. In milden Lagen kann das erst im November sein, in höheren Regionen deutlich früher.

Auf gefrorenem oder bereiftem Gras sollte er nicht mehr fahren. Die Halme sind dann spröde und brechen, statt geschnitten zu werden, und die Räder hinterlassen Spuren, die bis zum Frühjahr sichtbar bleiben. Auch eine dicke Laubschicht ist ein Grund aufzuhören: Der Roboter zerkleinert Laub nur unvollständig, das Mähwerk verklebt, und nasse Blätter lassen die Räder durchdrehen.

Ein Tipp für die letzten Wochen: Verkürzen Sie den Zeitplan schrittweise, statt ihn von einem Tag auf den anderen zu löschen. Im Herbst wird es früh dunkel, und in der Dämmerung sind Igel auf Futtersuche. Warum der Tagbetrieb gerade jetzt zählt, steht im Beitrag Mähroboter und Igel: So schützen Sie Wildtiere im Garten.

Gründlich reinigen, aber ohne Wasserstrahl

Angetrocknete Grasreste ziehen Feuchtigkeit und greifen über Monate Dichtungen und Metallteile an. Deshalb kommt die große Reinigung vor der Einlagerung, nicht danach.

  1. Schalten Sie das Gerät am Hauptschalter aus und ziehen Sie Handschuhe an. Die Klingen sind auch stumpf noch scharf genug für Schnittwunden.
  2. Legen Sie den Roboter auf eine weiche Unterlage und bürsten Sie Unterseite, Messerteller und Radkästen trocken ab. Hartnäckige Krusten lösen sich mit einem Holz- oder Kunststoffspatel.
  3. Wischen Sie das Gehäuse mit einem feuchten Tuch ab. Gartenschlauch und Hochdruckreiniger sind tabu, sofern die Anleitung sie nicht ausdrücklich erlaubt: Wasser unter Druck gelangt an Dichtungen vorbei ins Innere.
  4. Reinigen Sie die Ladekontakte am Roboter und an der Station. Dunkle Beläge lassen sich mit einem trockenen Tuch oder feinem Schleifvlies entfernen.
  5. Säubern Sie Kameralinsen und Sensorfenster mit einem weichen, fusselfreien Tuch.

Prüfen Sie bei der Gelegenheit, ob sich die Räder frei drehen und der Messerteller ohne Schleifgeräusch läuft. Haare, Schnüre und Grasfasern wickeln sich gern um die Achsen.

Klingen und Verschleißteile: jetzt prüfen, nicht im April

Im Frühjahr wollen alle gleichzeitig Ersatzteile, und Werkstätten haben Wartezeiten. Der Herbst ist die ruhigere Zeit dafür.

  • Klingen: Sind sie schartig, verbogen oder rund geschliffen, tauschen Sie den ganzen Satz samt Schrauben. Einzelne neue Klingen bringen den Messerteller aus dem Gleichgewicht.
  • Räder: Abgefahrenes Profil kostet Halt am Hang. Bei manchen Modellen lassen sich die Laufflächen einzeln ersetzen.
  • Gehäuse und Stoßfänger: Risse und lose Teile beeinträchtigen die Hinderniserkennung, die bei vielen Geräten über das bewegliche Gehäuse arbeitet.
  • Dichtungen: Spröde oder verrutschte Dichtungen gehören in die Fachwerkstatt.

Viele Händler bieten einen Winterservice an, bei dem das Gerät geöffnet, geprüft und mit aktueller Software versehen wird. Nötig ist das nicht jedes Jahr. Sinnvoll wird es, wenn der Roboter in der Saison Fehlermeldungen zeigte, ungewöhnlich laut war oder die Laufzeit pro Ladung spürbar nachgelassen hat.

Der Akku entscheidet über das nächste Frühjahr

Mähroboter arbeiten heute fast durchweg mit Lithium-Ionen-Akkus. Zwei Dinge schaden ihnen im Winter besonders: Tiefentladung und Frost.

Ein Akku verliert auch im Ruhezustand langsam Ladung, zusätzlich zieht die Elektronik des Geräts bei manchen Modellen einen kleinen Standby-Strom. Wer den Roboter leer einlagert, riskiert, dass die Spannung über die Monate unter einen kritischen Wert sinkt. Dann lässt sich der Akku unter Umständen gar nicht mehr laden. Laden Sie ihn deshalb vor der Pause auf den Stand, den die Anleitung nennt. Die Hersteller empfehlen hier Unterschiedliches, manche die volle Ladung, andere einen mittleren Ladestand. Halten Sie sich an Ihr Handbuch.

Danach gilt: Hauptschalter aus. So trennt das Gerät die Elektronik vom Akku, und die Selbstentladung bleibt gering. Bei einer langen Winterpause lohnt ein Blick auf den Ladestand etwa zur Halbzeit, sofern der Hersteller ein Nachladen vorsieht.

Frost ist das zweite Risiko. Lagern Sie den Roboter trocken und frostfrei, also im Keller, im Hauswirtschaftsraum oder in einer beheizten Garage. Ein ungedämmtes Gartenhaus erfüllt das in kalten Wintern nicht. Laden Sie einen ausgekühlten Akku erst, wenn er wieder Raumtemperatur hat.

Wo und wie der Roboter lagert

Stellen Sie das Gerät auf alle Räder, nicht hochkant und nicht auf die Seite, sofern der Hersteller keine Wandhalterung dafür vorsieht. Der Platz sollte trocken sein, ohne direkte Sonne und nicht unmittelbar neben einem Heizkörper. Eine Decke oder der Originalkarton hält Staub fern. Luftdicht in Folie einwickeln sollten Sie den Roboter nicht, denn darunter sammelt sich Kondenswasser.

Halten Sie Abstand zu Dünger, Streusalz und Poolchemie. Deren Dämpfe und Stäube fördern Korrosion an Kontakten.

Ladestation, Begrenzungsdraht und Antenne

Was draußen bleiben darf, regelt die Anleitung. Als Orientierung:

  • Netzteil: Trennen Sie es vom Strom und lagern Sie es im Haus, wenn es nicht fest und wettergeschützt installiert ist.
  • Ladestation: Viele Stationen dürfen im Freien überwintern. Wer sie abbaut, schützt die Kontakte und die Elektronik vor Nässe und hat im Frühjahr eine saubere Station.
  • Begrenzungsdraht: Er bleibt im Boden. Ziehen Sie die Kabelenden von der Station ab, sollten sie vor Feuchtigkeit geschützt werden, etwa mit einer wasserdichten Anschlussdose oder den vom Hersteller vorgesehenen Schutzkappen. Offene Kupferenden oxidieren über den Winter.
  • Referenzantenne bei drahtlosen Modellen: Sie ist meist für den Dauerbetrieb im Freien gebaut. Wird sie abgebaut und im Frühjahr an anderer Stelle montiert, muss die Karte der Mähfläche in der Regel neu eingelernt werden. Markieren Sie daher die Position.

Wie sich Draht-, Satelliten- und Kameranavigation grundsätzlich unterscheiden, erklärt der Überblick Mähroboter im Garten: Technik, Sicherheit und Kaufkriterien.

Warnzeichen, bei denen Sie nicht selbst weitermachen sollten

Ein beschädigter Lithium-Ionen-Akku kann überhitzen und in Brand geraten. Bringen Sie das Gerät zum Händler oder in die Werkstatt, wenn Ihnen eines dieser Zeichen auffällt:

  • Das Akkufach oder der Akku selbst ist aufgebläht oder verformt.
  • Der Akku wird beim Laden ungewöhnlich heiß oder riecht stechend.
  • Es tritt Flüssigkeit aus, oder Kontakte sind stark korrodiert.
  • Wasser ist sichtbar ins Gehäuse eingedrungen.

Laden Sie einen solchen Akku nicht mehr und lagern Sie ihn bis zur Abgabe nicht im Wohnbereich. Alte Akkus und ausgediente Geräte gehören nicht in den Hausmüll. Händler und kommunale Sammelstellen nehmen sie zurück.

Neustart im Frühjahr

Der Roboter kommt zurück, wenn der Rasen wieder wächst und der Boden nicht mehr gefroren ist. Vor dem ersten Mähgang:

  1. Akku vollständig in der Station laden und prüfen, ob die App eine neue Softwareversion anbietet.
  2. Rasenfläche abgehen: Äste, Zapfen, Spielzeug und Maulwurfshügel entfernen.
  3. Begrenzungsdraht kontrollieren. Frost und Gartenarbeiten können ihn freilegen oder beschädigen. Zeigt die Station einen Schleifenfehler, liegt meist ein Kabelbruch oder ein korrodierter Verbinder vor.
  4. Schnitthöhe für die ersten Fahrten höher einstellen und über zwei bis drei Wochen absenken.
  5. Laubhaufen, Hecken und hohes Gras am Rand auf Igel prüfen, die nach dem Winterschlaf geschwächt sind.

Häufige Fragen

Kann der Mähroboter den Winter über in der Ladestation bleiben?

Davon raten die Hersteller in der Regel ab. Dauerfrost schadet dem Akku, und Nässe setzt Kontakten und Dichtungen zu. Eine Garage über der Station ändert daran wenig, weil sie nicht vor Kälte schützt.

Muss ich den Akku zum Überwintern ausbauen?

Bei den meisten Geräten nicht. Es genügt, den Roboter geladen und am Hauptschalter ausgeschaltet frostfrei zu lagern. Ausbauen sollten Sie den Akku nur, wenn die Anleitung das vorsieht.

Soll ich die Klingen im Herbst oder im Frühjahr wechseln?

Beides geht. Für den Herbst spricht, dass der Roboter dann startklar im Regal steht und Sie Ersatzteile ohne Zeitdruck besorgen können.

Was passiert mit den Einstellungen und der Karte?

Zeitpläne und Karten bleiben bei den meisten Modellen gespeichert, auch wenn das Gerät ausgeschaltet ist. Notieren Sie trotzdem die PIN. Sie wird beim Wiedereinschalten abgefragt, und nach fünf Monaten Pause ist sie schnell vergessen.

Lesen Sie auch

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Maßgeblich für Reinigung, Lagerung und Akkupflege ist die Bedienungsanleitung des jeweiligen Herstellers.

Quellen

  1. EN 50636-2-107: Sicherheit elektrischer Geräte für den Hausgebrauch und ähnliche Zwecke – Teil 2-107: Besondere Anforderungen für batteriebetriebene Roboter-Rasenmäher.
  2. Verordnung (EU) 2023/1542 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 12. Juli 2023 über Batterien und Altbatterien.
  3. Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG): Rücknahme und Entsorgung von Elektroaltgeräten.